„Licht lesen – Licht setzen“. Unter dieser Überschrift stand ein spannender zweiteiliger Workshop, den der Vorsitzende unseres Clubs, Bodo Gebhardt, dieses Mal vorbereitet hatte. Und der Begriff „Workshop“ war hier wirklich ernst gemeint. Im Gegensatz zu üblichen Workshops, in denen die Teilnehmer lediglich ein vorgefertigtes Set abfotografieren, sollte hier Schritt für Schritt alles von den Teilnehmern selbst erarbeitet werden. Von der Auswahl der Sets über die erforderliche Lichttechnik und – setzung bis zu notwendigen Accessoires. Die Idee war, den Lernerfolg dadurch erheblich zu steigern. Insgesamt fünf Clubmitglieder hatten sich angemeldet, um unter der Anleitung von Bodo Gebhardt anspruchsvolle Lichtsetzungen im Studio mit professioneller Lichttechnik umzusetzen. Als Model stand die international erfahrene Aleksa Slusarchi zur Verfügung.
Den ersten Teil bildete ein gemeinsamer Abend in unserem Clubraum. Dort wurden verschiedene Beispielbilder gesichtet und unter der Frage analysiert, wie genau das Licht für diese Aufnahmen gesetzt worden ist. Am Ende hatten sich die Teilnehmer des Workshops auf vier bis fünf Sets geeinigt, die sie dann ein paar Wochen später im Studio mit Unterstützung des eigens für den Workshop engagierten Models in Szene setzten.
Im zweiten Teil des Workshops ging es dann also von der Theorie zur Praxis. Allen ausgewählten Sets war gemeinsam, dass die Lichtsetzung nicht trivial war, sondern eine genaue Kontrolle der einzelnen Lichtquellen, Lichtformer und nicht zuletzt auch die Position des Models erforderten.
Nach einer kurzen Einführung in die Studiotechnik und die vorhandenen Möglichkeiten zur gezielten Lichtsetzung konnte losgehen. Den Anfang machte eine Akt-Aufnahme auf einem Leuchttisch. Eine Variante, die aufgrund des hohen technischen Aufwands nur in wenigen Studios vorhanden ist. Dabei posierte das Model auf einer Glasscheibe, die von unten angeleuchtet wurde. Zusätzlich sorgten zwei große Striplights mit Grid für hartes und gerichtetes Licht von oben, das die Körperkonturen unseres Models effektvoll herausarbeitete. Eine anspruchsvolle Aufgabe, denn viele Details entscheiden am Ende über eine gelungene Aufnahme.
Weitere Sets waren Aktbilder mit Zangenlicht und Rim-Light. Auch hier kam es auf die präzise Positionierung der Lichtformer im Zusammenspiel mit dem Model an. Nur wenn alles stimmt, entsteht stimmungsvolles Bild, das durch klare Linienführung und harte Kontraste besticht.
Zum Abschluss wurde noch mit Accessoires gearbeitet. Die Aufgabe bestand darin, interessante Effekte unter Zuhilfenahme eines Huts mit einer breiten Krempe und einer weißen Bluse zu kreieren.
Die Ergebnisse des Workshops haben die Teilnehmer einige Wochen später im Rahmen einer ausführlichen Bildbesprechung während eines unserer Clubabende vorgestellt. Dabei wurde von mehreren Teilnehmern der Wunsch geäußert, auch Fähigkeiten in der Nachbearbeitung mit Photoshop bzw. Lightroom zu erlernen bzw. zu vertiefen, um die Ergebnisse noch einmal zu verbessern. Daraus entwickelte sich die Idee, den Teilnehmern in naher Zukunft noch einen dritten Workshopteil anzubieten, in dem entsprechende Tools der Bildbearbeitung zum Thema gemacht werden. Bodo Gebhardt, der in unserem Club über die größte Erfahrung sowohl in der Studiofotografie als auch in der Bildbearbeitung verfügt, hat sich bereit erklärt, ein entsprechendes Angebot zu machen.
Aber auch ohne abschließende Retusche können sich die Bilder der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem Workshop „Licht lesen – Licht setzen“ durchaus sehen lassen, wie ausgewählte Beispiele in diesem Beitrag zeigen.







